Häufig gestellte Fragen zu GIK
Joel MacCollam, der Gründer von NHW und ein weltweiter Verfechter der ordnungsgemäßen Verwendung gespendeter Hilfsgüter für wohltätige Zwecke, „gifts in kind“ (GIK), hat hier einige häufig gestellte Fragen zusammengestellt, um die Philosophie und Richtlinien von NHW hinsichtlich gespendeter Hilfsgüter zu erklären.
(01) Was sind "gifts in kind" (GIK)?
(02) Sind die GIK neu oder gebraucht?
(03) Wie erhalten sie die GIK?
(04) Akzeptieren Sie auch GIK von Privatpersonen, Familien oder
Organisationen wie den Kirchen?
(05) Würden Sie GIK annehmen, die Sie nicht verwenden können?
(06) Welche GIK würden Sie außerdem ablehnen?
(07) Warum verschicken Sie keine gebrauchte Kleidung?
(08) Wie bewerten Sie GIK?
(09) Warum ist eine exakte Bewertung wichtig?
(10) Also bekommen Sie Sachspenden und schicken sie nach Übersee.
Das ist nicht allzu schwierig, nicht war?
(11) Scheitern GIK-Lieferungen hin und wieder?
(12) Wie kann ich wissen, dass NHWs GIK gesetzmäßig sind?
(01) Was sind "gifts in kind" (GIK)?
GIK sind gespendete Hilfsgüter oder Sachspenden, die NHW von Firmen, Privatleuten oder anderen wohltätigen Organisationen erhält, um damit unsere Hilfs- und Entwicklungsprogramme in Übersee zu stärken.
(02) Sind die GIK neu oder gebraucht?
GIK können beides sein, doch nur wenn die Hilfsgüter unsere strengen Kriterien erfüllen und zwar in Bezug auf die Angemessenheit der Güter, die Qualität, die Verfügbarkeit, den nachgewiesenen Bedarf, die Quantität, die Sicherheit, die Verpackung, Versandvereinbarungen, die sichere Verteilung, die Überwachung sowie die Berichte an NHW.
NHW lehnt beinahe genauso viele Sachspenden wieder ab wie wir annehmen. Wir akzeptieren oder verschicken auf keinen Fall wissentlich Minderwertiges, wie nur kurz haltbare oder bereits abgelaufene Medikamente, Nahrungsmittel und andere Verbrauchsgüter, zu denen auch gebrauchte Kleidung gehören.
(03) Wie erhalten sie die GIK?
NHW ist Teil eines starken globalen Netzwerks durch die Gemeinschaft von Unternehmen, Privatpersonen und wohltätigen Organisationen, die die Strategien unseres Programms und die gute Arbeit, die wir mit GIK tun, schätzen. GIK zu spenden, hilft den Spenderinnen und Spendern auf viele Arten, zu denen auch die vernünftige Verteilung von Produkten gehört, die ansonsten Überschuss wären oder deren Lager verstopfen würden. Einige Firmen produzieren extra GIK nach Bedarf.
(04) Akzeptieren Sie auch GIK von Privatpersonen, Familien oder Organisationen wie den Kirchen?
Manchmal akzeptieren wir GIK von Privatpersonen. GIK müssen uns in einwandfreiem Zustand und in Mengen, die sich für unsere Arbeit lohnen, erreichen. So können wir beispielsweise keine Möbelspenden annehmen, wenn eine Familie ihr Haus renoviert. Doch wir könnten in Betracht ziehen, eine größere Menge an Möbelstücken zu akzeptieren, wenn etwa ein Hotel renoviert wird.
(05) Würden Sie GIK annehmen, die Sie nicht verwenden können?
Normalerweise nicht. Wir sind nicht dafür ausgerüstet, mit bestimmten überwachungspflichtigen Medikamenten umzugehen. Gleiches gilt für viele Fahrzeuge oder schweres Gerät. Wenn uns solche Sachen angeboten werden, versuchen wir für gewöhnlich, die Spenderin oder den Spender an eine andere Hilfsorganisation zu vermitteln, die auf derartige Hilfsgüter spezialisiert ist.
(06) Welche GIK würden Sie außerdem ablehnen?
Wir akzeptieren weder etwas, das für den menschlichen oder tierischen Verbrauch unsicher sein könnte, noch gebrauchte Kleidung. Wir können auch keine Güter annehmen, die nicht für unsere Ziele geeignet oder unvereinbar mit unseren grundlegenden Werten sind.
(07) Warum verschicken Sie keine gebrauchte Kleidung?
Gebrauchte Kleidung muss gereinigt, nach Alter, Geschlecht, Jahreszeit usw. sortiert, gebündelt, verschickt und dann an die richtigen Menschen verteilt werden – nicht nur was Alter und Geschlecht betrifft, sondern auch den Bedarf. Wenn andere Hilfsorganisationen dazu in der Lage sind, gebrauchte Kleidung vernünftig für den Versand und das empfangende Land vorzubereiten, akzeptieren wir das und würden diese Arbeit unterstützen.
In vielen Ländern darf gebrauchte Kleidung wegen wirtschaftlicher Risiken für die einheimischen Kleidungshersteller nicht legal eingeführt werden.NHW verwendet ein "Best-Practices“-Dokument, das in über 100 Ländern von örtlichen Behörden und über 20.000 spendenden und empfangenden Hilfsorganisationen verwendet wird. Diese GIK-Standards garantieren angemessene Verfahren und Sicherheitsüberwachung für den gesamten GIK-Prozess – die Beschaffung, Verteilung, Bewertung, Buchführung und das Berichtswesen mit eingeschlossen. NHW hat auch eigene Kriterien für Hilfsgüter.
Die Bewertung hängt von vielen Faktoren wie Größe, Menge und Verpackung im Verhältnis zum angemessenen Marktwert, Rabatte für Mängel (beschädigte Verpackung usw.) und dem Industriestandard der „Pro-Pfund“-Bewertung für gemischte Güter ab.(09) Warum ist eine exakte Bewertung wichtig?
Gespendete Hilfsgüter sind eine messbare, wertbasierte Form wohltätiger Arbeit. Eine exakte Bewertung bewahrt eine Hilfsorganisation davor, in ihrer Bilanz finanziell künstlich überhöht zu werden (z. B. wenn eine Großspende eines Produkts so bewertet würde, als ob es für den Einzelverkauf verpackt wäre).
NHW glaubt, dass GIK unseren Empfängern und unseren Spendern den „bestmöglichen“ Nutzen der Spenden bringt, die wir erhalten. Manchmal schafft es NHW, den Wert einer Spende dadurch zu verzehnfachen, dass ausschließlich Qualitätsprodukte nach Übersee geschickt werden. Wir glauben, dass eine Wertvervielfachung der Geldspenden durch GIK eine weit bessere Methode wohltätiger Arbeit mit größerer Wirkung als andere vielfach benutzte Verfahren ist.(10) Also bekommen Sie Sachspenden und schicken sie nach Übersee. Das ist nicht allzu schwierig, nicht war?
Wenn NHW eine Spende annimmt, haben wir dafür die volle Verantwortung, tragen jegliches Risiko und übernehmen die volle Haftung. Wir stellen sicher, dass die Hilfslieferung sicher ist (vor Dieben, Wasser- und Hitzeschäden, Nagetieren usw.). Wir kümmern uns um den Transport, inklusive aller Dokumente, Versicherungen, Gesundheitskontrollen (sowohl bei der Aus- als auch bei der Einfuhr), die Einhaltung der Zollvorschriften am Zielhafen und die inländischen Zollkontrollen bei Binnenstaaten sowie die Übergabe an die möglichen Empfänger. Wir sorgen auch dafür, dass unsere GIK-Spender ordnungsgemäße Berichte über den Verbleib ihrer Spenden erhalten – was manchmal NHW-Besuche vor Ort mit sich bringen kann. In einigen Fällen, in denen die örtlichen Behörden der Korruption ausgesetzt sind, achten wir besonders gründlich darauf, dass unsere Hilfsgüter vor Beschädigung, Diebstahl und Bestechung geschützt sind.
Wenn unsere Hilfsgüter einmal im Land sind, müssen wir sie vor Diebstahl, Schwarzmarkt-Aktivitäten, unsicherer Lagerung und Verteilung bewahren. Und mit dem Anstieg des weltweiten Terrorismus, treffen wir zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um unsere Hilfsgüter davor zu beschützen, das Ziel terroristischer Aktivitäten zu werden.(11) Scheitern GIK-Lieferungen hin und wieder?
Selten, doch das kann passieren – für gewöhnlich durch unerwartete Verzögerungen, die Schäden an den Produkten verursachen (z. B. wenn Hilfsgüter einige Monate lang der Wüstensonne ausgesetzt sind), oder durch heilloses Durcheinander bei den Vorschriften. Manchmal ändern sich die Einfuhrgesetze des Bestimmungslandes, während unsere Hilfsgüter bereits auf dem Transport sind; wenn das passiert, leiten wir die Güter zu einem alternativen Projekt um.
Die zwei Gründe für unseren Erfolg mit GIK sind einerseits unsere sorgfältige Auswahl der Projektpartner und andererseits unser weltweiter Ruf, dass wir auch wirklich meinen, was wir über die Beobachtung sämtlicher Verfahren und die Vermeidung ungeeigneter Aktivitäten sagen. Wir zögern nicht, die lokalen Behörden, die Polizei eingeschlossen, über möglichen ungeeigneten Gebrauch aufzuklären.(12) Wie kann ich wissen, dass NHWs GIK gesetzmäßig sind?
Zuallererst gelten für uns die bereits weiter oben erwähnten Industriestandards. Jede GIK-Transaktion verfügt normalerweise über eine Vielzahl rechtsgültiger Dokumente, die von ersten Erkundigungen und einem Spendenbrief über Frachtbriefe und Gesundheitszeugnisse bis zu Feldberichten über die Verteilung der Hilfsgüter reichen. Außerdem besuchen wir Projekte für unsere eigene Überprüfung vor Ort und engagieren in besonderen Fällen unabhängige Prüfer, um die Richtigkeit unserer GIK-Aktivitäten zu verifizieren.
NHW und andere Mitglieder der weltweiten NHW-Gemeinschaft laden immer dann, wenn die Umstände es erlauben (dazu gehört die Wahrung der Privatsphäre der Empfänger, die Sicherheitslage vor Ort etc.), externe Beobachter ein wie etwa unsere freiwilligen Helfer und qualifizierte, verantwortungsbewusste Medien (auf eigene Kosten).
Auf unserer Homepage finden Sie auch einige Empfänger unserer Hilfsgüter.KLICKEN SIE HIER, UM MEHR ÜBER DIE GIK-AKTIVITÄTEN VON NHW DER JAHRE 2006 UND 2007 ZU ERFAHREN.